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Schlagwort: Touren in anderen Bundesländern

Auf dem Spreeradweg im Juli 2022

Auf dem Spreeradweg im Juli 2022

Auf dem Spreeradweg – Tag 1 von Bautzen-Spremberg

 

Eine Mehrtagestour auf dem Spreeradweg mit meiner lieben Schwester Sabine. Was will man noch mehr bei bestem Wetter. Treffen war in Leipzig, denn die Schwester kommt aus Oelknitz bei Jena. Start war dann der Dienstag ab Leipzig Hauptbahnhof mit dem stets gut gefüllten RE 50 nach Dresden. Auch schon früh um Acht. Der Umstieg nach Bautzen war dann in Dresden. Der Zug war fast leer und es war es unproblematisch mit den Rädern unterzukommen. Für den ersten Tag hatten wir eine stramme Streckenlänge von etwa 75 km eingeplant und unser Reiseziel war Spremberg. Wir benutzen übrigens Komoot zur Planung und zum Navigieren. Und so wurden wir zunächst durch Bautzen gelotst in Richtung erstes Highlight, der Talsperre Bautzen. Auf dem Weg aus der Stadt heraus, gab es heftige Anstiege. Mit dem Pedelec haben wir die geradeso und im letzten Gang geschafft. Ohne Unterstützung bleibt dem „Otto-Normalo-Bio-Biker“ da wohl nur das Schieben.

 

Gute Wege – schöne Landschaft bei 33 Grad

 

Der Blick auf die Talsperre entschädigt dann für all die Mühen. Wer mag kann da an den schönen Stränden auch gleich ein Bad nehmen. Wir fuhren aber weiter. Abwechselnd weite Landschaften und dann wieder durch Wälder oder am Waldrand entlang. Wir passierten den Bärwalder See, welcher übrigens Sachsens größtes Binnengewässer ist. Auch die Spree haben wir nun desöfteren gesehen und sind an ihr entlang gefahren. Vor Spremberg hat sie übrigens eine leichte rot-braune Färbung, was an den ehemaligen Braunkohlegruben liegt. Über den Grundwasserspiegel  werden Eisen und Sulfat in die Oberflächengewässer eingetragen. Vor dem Stausee in Spremberg wird die Spree jedoch behandelt, sodass man dann nichts mehr davon sieht. Es wird sogar in ihr gebadet. Herzlich gelacht haben wir über den Ortsnamen „Ziegenfauze“ und eine Kneipe namens „Muskelkater“. Gegen 17 Uhr kamen wir dann in unserem Quartier an, der „Pension am Rathaus„.  Die empfehlen wir gerne als sehr gastfreundlich weiter.

 

Auf dem Spreeradweg – Tag 2 von Spremberg-Burg

 
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir gegen 10 Uhr unseren Tag 2 in Richtung Spreewald. Heute ist Burg unser Tagesziel. Nach den 33 Grad gestern stehen uns heute Temperaturen bis 37 Grad Celsius bevor. Was will man machen, die nächste Unterkunft ist gebucht. Da muss man halt durch. Wir hatten echt Glück. Die Strecke führte bis nach Cottbus überwiegend durch den Wald mit erstklassigen Radwegen. Da merkt man schon einen Temperaturunterschied wenn man mal ins Freie kommt.
 
Wasser ohne Ende
 

Von Cottbus aus führte der Weg Richtung Peitz immer schön an der Spree entlang und danach am Hammergraben. Schöner als am Wasser kann man ja kaum fahren. Wir erreichten die Peitzer Teichlandschaft. Ein Teich nach dem anderen und zahlreiche Wasservögel. Dort scheint insbesondere ein Schwanenparadies zu sein. Gut sichtbar auch immer das Kraftwerk Jänschwalde mit seinen Kühltürmen. Kurz hinter Peitz gibt es einen wunderschönen Waldsee namens Garkoschke, wo wir ein kühles Bad nahmen. Der Rest der Strecke war dann komplett ohne Schatten. Zunächst an der Malxe und danach an der Spree entlang auf dem sehr guten Radweg auf dem Deich. Anschließend am Nordumfluter entlang bis hinein bis nach Burg, wo wir uns den Kahnhafen noch ansahen. Wegen der Hitze waren alle Fahrten eingestellt. So erreichten wir gegen 16 Uhr unser Quartier im Hotel Bleske, wo wir ein schönes geräumiges Zimmer bezogen. Dort haben wir auch noch gut zu Abend gegessen.

Auf dem Spreeradweg – Tag 3 von Burg-Alt Schadow

Und nun nach einem reichlichen Frühstück der Start auf unsere dritte Touretappe nach Pretschen. Das ist ein Ortsteil von Alt Schadow und liegt daher etwas abseits vom eigentlichen Spreeradweg. Was soll man machen, wenn man dort schon im Januar keine halbwegs preiswerte Unterkunft findet. Die ersten 15 km waren zunächst wunderbar. Zuerst durch das schöne Städtchen Burg, wo sich Touristen ziemlich wohl fühlen können, und danach in eine parkähnlich Landschaft. Doch nun kam der Hammer: Eine Panzerstrasse ! Leute, die hörte nicht wieder auf ! Schließlich waren das dann gute 10km auf dieser Rüttelpiste im Bummeltempo. Eine echte Qual für Mensch und Material. Dafür waren aber heute wieder angenehmere Temperaturen um die 25 Grad.

 
Kahnhafen Lübben

Die Strecke war abwechslungsreich und wir hatten dann eine schöne Mittagspause im Lübbener Kahnhafen. Dort war ich schon im Juni, als ich auf dem Gurkenradweg war. Gegen 16:30 Uhr trafen wir dann in Pretschen ein. Dort bezogen wir ein nettes Zimmer im Erdgeschoß, was echt günstig wegen des Gepäcks war. Das Wetter hatte umgeschlagen und nun regnete es sogar. Nach einem guten Abendessen wurde gechillt und schliesslich haben wir uns dann auch das Spiel unserer Mädels gegen Österreich bei der Fußball-EM der Frauen angeschaut.

Auf dem Spreeradweg – Tag 4 von Alt Schadow-Fürstenwalde

 

Bei recht trübem Wetter starten wir nach dem Frühstück im Gasthaus Doering unsere vierte Touretappe. Ziel heute ist Fürstenwalde. In den ersten Dörfern gabs Störche, wie so oft im Land Brandenburg. Heute sind die Radwege regelrecht edel. Besser gehts nicht. Feine neue Radstraßen durch den Wald und am Waldrand entlang der Straßen. Echt cool. Wir kommen an den Oder-Spree-Kanal und bestaunen dort die Kersdorfer Schleuse. Sie hat zwei Schleusenkammern und man kann Höhenunterschiede bis zu 14,40 m überwinden. Wir radeln weiter auf super Radwegen unserem Tagesziel entgegen. Weil wir schon recht zeitig da waren, haben wir uns noch ein wenig die Innenstadt von Fürstenwalde angesehen und haben einige Besorgungen erledigt. Unser heutiges Quartier war nach einer entspannten Tour die „Pension zum Weinberg“ , wo wir ein kleines, nettes Zimmer bezogen.

Auf dem Spreeradweg – Tag 5 von Fürstenwalde-Berlin-Südkreuz

 

Heute war der letzte Tourtag auf unserer Spreeradtour. Und da wir uns noch mit meinem Neffen in Berlin treffen wollten, war der Plan etwas eher los zu fahren. Das war aber nicht drin, denn morgens um acht Uhr goß es wie aus Eimern. Am Ende sind wir nach einem einem guten Frühstück und etwas Wartezeit gegen zehn Uhr bei nur 17 Grad Celsius losgefahren. Und wir fuhren geradezu in das nächste Regengebiet hinein. Wir waren schnell durchgenäßt und ich hatte wegen des angedrohten Superwetter die Regenklamotten nicht mit. Das mache ich niemals wieder. Ich hab gefroren wie ein Hund und es hat so fast zwei Stunden gedauert, bis wir wieder trocken waren. Die Radwege und Straßen Richtung Berlin waren wieder bestens. Es ging oft an der Spree entlang oder sie war in der Nähe. In Erkner passierten wir dann den Dämeritzsee und fuhren über die Müggelspree in Richtung Großer Müggelsee.

 
Die letzten Kilometer

 

Dort haben wir eine kleine Pause eingelegt und fuhren dann stramm Richtung Berlin. Da war dann bei schönstem Sonnenschein auch so einiges los auf den Radwegen. Das Ende war spektakulär, denn wir fuhren auf der ehemaligen Start- und Landebahn des Flughafens Tempelhof. Unsere Lieben trafen wir dann auch noch auf dem Bahnhof. Mit viel Glück, sind wir noch gerade so mit den Rädern in den Zug nach Falkenberg hineingekommen. Beim Umstieg dort in den RE 10 nach Leipzig dann das gleiche Spiel. Sabine hat die 50 Minuten Fahrt gestanden und ist dann von Leipzig aus gleich nochmal umgestiegen und mit der Regionalbahn Richtung Jena weiter gefahren. Fazit: Eine erlebnisreiche, schöne Tour mit vielen Eindrücken. Wetter und Unterkünfte waren ok. Siebzig Kilometer Tagesstrecke im Schnitt sind genau richtig. Wir hatten zum Schluß noch genug Power und hätten beide auch noch ein paar Tage weiterfahren können.

Leipzig-Jena-Rothenstein

Leipzig-Jena-Rothenstein

Neuer Streckenrekord am 1.7.2022

Nach dem neuen Monatsrekord von 610 km wollte ich mit der Tour Leipzig-Jena-Rothenstein auch den bisherigen Streckenrekord aus dem letzten Jahr überbieten. Der lag bei 105 km. Dieses Mal wollte ich nicht abkürzen, sondern fuhr den originalen Saaleradweg. Das Wetter war super, Sonne, wenig Wind, sowie angenehme Temperaturen. Zunächst durchquerte ich Leipzig und fuhr am Kulkwitzer See auf den Elster-Saale-Radweg. Ein super Radweg, der meist schnurgerade immer in Richtung Weissenfels verläuft. In der Ortschaft Dehlitz, nahe des Autobahnkreuzes Rippachtal stößt man dann auf den Saaleradweg. Es ist nun auch nicht mehr weit bis nach Weissenfels. Es rollte richtig gut und wie man so schön sagt, hatte ich auch gute Beine. Ich radelte also gleich weiter Richtung Naumburg. Ein umgestürzter Baum auf dem Radweg hat uns dann alle ausgebremst und ich habe nach 50 km die erste größere Pause gemacht. 

Naumburg-Jena

Das war kurz vor Naumburg, was ich schnell erreichte. Der Saaleradweg führt an der Stadt vorbei immer an der Saale entlang in Richtung Bad Kösen, welches man nach 20 km erreicht. Man fährt nun Richtung Saaleck und kurz vorher gönnte ich mir eine weitere Trinkpause. Inzwischen erfuhr ich auch, daß mein Schwager mir entgegenradelte. Nächstes Ziel war nun Dornburg und kurz vorher der schwierigste Abschnitt zwischen Döbritschen und Würchhausen. Dort wartet eine knackige 12%-Steigung zum Schluß. Danach folgt Dorndorf, wo man schon von weitem die Schlösser sieht. Inzwischen fuhr auch mein Schwager mit. Da mein Akku inzwischen etwas schwach wurde, legten wir am Campingplatz in Porstendorf eine Kaffeepause ein. Es war kein Problem den Akku aufzuladen und bald konnten wir die letzten 22 km der Tour in Angriff nehmen. Nach etwas über 7 Stunden Fahrzeit kam ich nach 116 km an und bin nach der Strecke Leipzig-Jena-Rothenstein noch erstaunlich fit vom Rad gestiegen.

Auf dem Gurkenradweg im Spreewald 2022

Auf dem Gurkenradweg im Spreewald 2022

Auf dem Gurkenradweg Juni 2022

Ein Radweg, der mich schon länger reizte, ist der Gurkenradweg im Spreewald. Und so beschloß ich im vergangenem Jahr nun 2022 eine Mehrtagestour auf jenem Radweg zu fahren. Ich besorgte mir die gpx-Dateien und bastelte mir mittels Komoot eine Dreitagestour zusammen, die vom Original etwas abwich. Eine der Schleifen im Nord-Westen erschien mir für mich etwas unsinnig, weshalb ich sie wegließ. Den Rest habe ich nach meinem Übernachtungsquartier in der Jugendherberge Lübben angepaßt. Und so führte mich mein Weg am 20.6.22 zunächst mit dem Zug von Leipzig nach Cottbus. Es goß in Strömen, sodass ich mir dort angekommen, noch auf dem Bahnhof die Regenklamotten darüber zog, was sich im weiteren Verlauf als günstig herausstellte.

 

Tag 1: Cottbus – Lübben über 53,6 km

Der erste Tag versprach mit knapp 54 km Länge eine entspannte Tour zur Jugendherberge nach Lübben. Ich war zunächst überrascht über die Qualität der Radwege im Spreewald, oft auch neben den stark befahrenen Land- und Bundesstraßen. Verwundert war ich darüber, daß ich weder im Wald, noch sonst Radfahrer traf. In Lübbenau angekommen, sah ich mir den Kahnhafen und das Stadtzentrum an. Beides ist voll auf Tourismus aufgelegt. Leider fing es nun an zu regnen. Ich besorgte mir noch ein paar alkoholfreie Getränke für den Abend und setzte meine Fahrt Richtung Lübben fort. Der Regen nahm zu und ich war froh die Regensachen angezogen zu haben. Gegen 16 Uhr traf ich dann in der Jugendherberge und bezog eine Hütte allein und direkt an der Spree. Der Abend verlief ruhig und dank des guten WLANs konnte ich mich auch noch mit einigen Folgen meiner aktuellen Serie gut unterhalten.

 

Tag 2: Lübben – Neuendorfer See – Pretzsch – Hartmannsdorf – Lübben über 87 km

Bei bestem Wetter und nach einem kleinen Frühstück startete ich auf meine zweite Touretappe auf dem Gurkenradweg. Zunächst ging es auf dem Damm nahe der Jugendherberge in Spreenähe Richtung Lübben. Dort überquerte ich die Lagune und schaute mir den Kahnhafen. Ähnlich Lübbenau gibt es da jede Menge Buden, wo man Souvenirs und Spreewaldspezialitäten erstehen kann. Dazu kommen eine Reihe an Gastronomiebetrieben. Danach ging es raus in die Landschaft. Wiederum tolle Radwege abseits der Straßen und wie schon am Vortag war kaum ein Mensch auf meinem Weg unterwegs. Wer gerne allein ist und den Kopf freibekommen will, ist in der Region bestens aufgehoben. Komoot führte mich einige Male in die Irre und auf Wege, die gar nicht existierten. Anhand der Karte konnte man das aber gut umfahren. 

 

Jetzt wurde es eng 

 

Leider wurde es dann doch noch brenzlig, da ich in ein Waldstück geriet, wo die Wege wegen Sand nicht mehr befahrbar waren. Erstens war die Sturzgefahr hoch und dann war an sich auch kein Vorankommen mehr und mein Akku ging so langsam in die Knie. Da hatte ich aber noch gut vierzig Kilometer vor mir. Ich hab dann verschieden Wege getestet und nirgends war ein Vorankommen. Ich gebe zu, dass in mir da schon ein wenig die Panik hochkam. Allein im Wald, da kommt wahrscheinlich tagelang kein Mensch vorbei. Und mit der Prothese ist auch kein Vorwärtskommen in dem Sand. Es hieß nun vorrangig: Raus aus dem Wald auf die nächste Straße. Ich nahm dann den einzig befahrbaren Waldweg dort und fuhr quasi in die Gegenrichtung einige Kilometer aus dem Wald raus. Als ich auf der Straße war, wurde mir gleich wohler und meinem Akku erging es wohl ähnlich, denn er erholte sich bestens, sodass ich wieder genügend Saft für den Rest der Strecke hatte. 

 

Weiter gings

 

Mehrere Seen und Fließe säumten nun meinen Weg. Wirklich schöne Landschaft sieht man im Spreewald. Was habe ich noch gesehen? Jawohl, Brandenburg ist Storchenland. Davon gab es reichlich unterwegs zu sehen. Am späten Nachmittag war ich dann zurück im Quartier und hatte nach der Tour Erholung dringend nötig. Nach dem Abendbrot lauschte ich dann noch einer Gruppe Jugendlicher vom Campingplatz nebenan, die wirklich gut zur Gitarre bekannte Songs gesungen haben. Insgesamt ein toller und auch abenteuerlicher Tag.

 

Tag 3: Lübben – Straupitz – Peitz – Cottbus

Der dritte Tourtag sollte mich durch den Spreewald wieder zurück nach Cottbus führen und von dort mit dem Zug nach Leipzig. Zunächst führte die Strecke wieder nach Lübben und dort mehrfach über Brücken, vorbei an den Kahnhäfen der Spree. Fließe und Kanäle an denen man auch oft kilometerlang entlang fährt gibt es reichlich im Spreewald. Und überall gibt es Knotenpunkte, wo die Wege in alle Richtungen beschildert sind. Da ist man im Brandenburger Land weit vorn. Meine Strecke habe ich so geplant, daß ich mir noch die Peitzer Teichlandschaft ansehen konnte. Sehr schön ist auch der Weg bis Cottbus und dort in einer parkähnlichen Landschaft am Spreeufer entlang. Fazit: Tolle Tour mit 219 km Länge. Sehr gut ausgebautes Radwegenetz, man muß kaum einmal stark befahrene Straßen benutzen. Sehr gute Beschilderung der Radwege. Schöne weite Landschaft, wo man oft völlig allein unterwegs ist. Ich habs genutzt, um Pläne zu schmieden.

 

Erste Hunderter Radtour

Erste Hunderter Radtour

Radtour von Leipzig nach Oelknitz (bei Jena)

Eines der Hauptziele der diesjährigen Saison war es meine erste Hunderter Radtour zu fahren. Bisher habe ich ein tolles Jahr auf dem Rad gehabt und viel Schönes auf zahlreichen Touren gesehen.  Das Wetter sollte es noch einmal gut mit mir meinen und so nutzte ich das letzte Oktoberwochenende dazu um am Freitag, den 29.10.21 diese Herausforderung anzunehmen und die Tour zu starten. Meine Komoot-Planung sah vor nicht den bekannten Saale-Radweg zu fahren, sondern einen geraden Kurs Richtung Jena zu fahren, um Kilometer zu sparen. Dabei benutzte ich folgende Radwege:

 

1.IGR = Innerer grüner Ring
2.ESR = Elster Saale Radroute
3.RIPP = Rippach Radweg
4.Z-RW = Zuckerbahn Radweg
5.E-E = Erneuerbare Energien Radweg
6.SAA = Saaleradweg
7.TSK = Thüringer Städtekette

 

Gegen 10 Uhr bin ich dann auf Tour gegangen. Leider hat mich eine größere Baustelle im Leipziger Westen viel Zeit und auch Akkuleistung gekostet bis ich dann endlich aus der Stadt heraus war. Der innere grüne Ring und der Elster-Saale-Radweg fuhren sich großartig und ich bin bis Weißenfels recht gut durchgekommen. Aber dann brach es über mich herein. Aus Weißenfels heraus führte mich eine gepflasterte Nebenstraße mit einer bestimmt zehnprozentigen Steigung. Als ich oben ankam sah ich Windkraftanlagen. Und das ging dann sicher die nächsten 30km so weiter. Hoch, runter und wieder hoch, runter. Schlechte Straßen, meist eher Feldwege und dazu ein leichter Gegenwind. Es fuhr sich schlecht und ich kam einfach nicht richtig voran.

 

Akkuprobleme

 

Mein Akku sagte mir inzwischen, daß ich es niemals bis Jena schaffen werde und mir blieb daher nichts weiter übrig als in der Nähe von Osterfeld bei einem älteren Ehepaar zu rasten und meinen Akku eine Stunde lang nachzuladen. Dann gings weiter und bald kam ich auf einen sehr schönen Streckenabschnitt, den Zuckerbahnradweg. Da lagen zwar auch mal Bäume im Weg, aber es ging viele km fast nur bergab und da konnte man Kraft und Energie sparen. Danach folgten wieder schlimme Wege und eine kilometerlange Abfahrt durch den Wald auf sehr glattem, schlüpfrigem Untergrund. Da hieß es die Konzentration oben halten und ständig bremsen. Und nicht erst dort ging das Kopfkino bei mir los. Mein Körper wollte irgendwie nicht mehr, der Akku gab schlechte Zahlen von sich und das Hirn suchte nach Fluchtwegen. Der Fluchtweg hieß: Nächsten Bahnhof ansteuern und bis Jena mit dem Zug fahren. Da habe ich echt lange mit mir gerungen. Schließlich kam ich in Porstendorf zurück an die Saale und es wurde schon langsam dunkel. Da ich den Weg dort aber schon mehrfach gefahren bin, kannte ich den Weg und den Saaleradweg kann man wirklich gut fahren. Dann kam Dorndorf und ich fing an zu frieren. So langsam forderte der Körper seinen Tribut. Aber die Nummer mit der Flucht war inzwischen weg aus meinem Kopf. Aufgeben wollte ich keinesfalls.

 

Motivation ohne Ende

 

Aber es lief jetzt und bald sah ich aus der Ferne den Turm von Jena. Mein Gott das gab vielleicht einen Motivationsschub, obwohl es da immer noch gut und gerne 20 km bis zum Ziel waren. Da hatte ich meinen bisherigen Streckenrekord von 85km gerade erreicht. Aber nun, neu motiviert, hab ich getreten, was das Zeug hielt. Glücklicherweise kannte ich die Strecke schon gut und konnte so den Weg auch in völliger Dunkelheit gut finden. Gegen 19:3o Uhr kam ich dann völlig fertig an meinem Ziel an. Ein paar hundert Meter vorher, war dann mein Akku auch genauso am Ende wie ich. Der Gag des Tour kam nun beim Absteigen vom Rad: Ich mußte mein Prothesenbein ja über die Satteltaschen schwingen und dabei hab ich soviel Schwung entwickelt, daß es mich nach hinten in die Hecke meiner Schwester geworfen hat. Weich gefallen, aber hoch kam ich dann nur mit Hilfe. Die beiden nächsten Tage habe ich dafür gebraucht um mich zu erholen. Was aber überwiegt, ist mein Stolz auf die Leistung und dass ich schon weitere Hunderter für nächstes Jahr in der Planung habe, versteht sich von selbst.