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Auf dem Havelradweg

Auf dem Havelradweg

Auf dem Havelradweg 2023

Nun schon seit vier Jahren mache ich mit meiner Schwester eine gemeinsame Mehrtagestour. Für 2023 hatten wir uns den Havelradweg ausgesucht. Wir starteten am 7.8.23 ab Leipzig Hauptbahnhof und fuhren mit dem Zug bis nach Kratzeburg. Das liegt bereits weit weg in Mecklenburg-Vorpommern. Bis nach Berlin war alles entspannt, dann aber wurde es sehr eng im Radabteil, sodass man befürchten musste gar nicht aus dem Zug zu kommen. Aber alle Radler verhielten sich sehr freundlich und solidarisch, sodass das am Ende kein Problem war.

Los geht’s

Der Wind blies böig von der Seite und es blieb zumindest trocken. Wunderbare Radwege führten durch Wälder und vorüber an Sonnenblumenfeldern. Vorbei am ehemaligen KZ Ravensbrück erreichten wir gegen Abend Himmelpfort. Was für ein Ortsname! Und ja, das ist der Ort, wo die lieben Kindlein Ihre Wünsche an den Weihnachtsmann hin senden. Nach dem einchecken auf dem dortigen Campingplatz und dem Aufbau aßen wir zu Abend beim dort ansässigen Italiener. Sehr, sehr freundlich, abgesehen von den Preisen. Wer dort campt, kann sich das nicht täglich leisten. Aber zumindest geschmeckt hat es. Die Nacht war kalt und windig.

Ein nettes Gespräch

Bei unserer Abreise am Folgetag hatten wir noch ein sehr nettes Zusammentreffen mit den Bürgermeistern von Himmelpfort und Fürstenberg. Zugegen war auch ein Marketingverantwortlicher aus der brandenburgischen Staatskanzlei. Die Herren wollten so einiges von uns wissen und beschenkten uns mit einem Glas Leberwurst aus Hausschlachtung in Ranzig. Lecker. Im Übrigen freuten sie sich sehr über mein Lob in Sachen Radwege und Knotenpunktnetz. Das kam richtig gut an.

 

Hier noch der Link zur Touretappe: Havelradweg Etappe 1 – https://www.komoot.de/tour/1248811119

Tag 2 - Himmelpfort - Oranienburg

Nach dem netten Schwatz mit den Politikern in Himmelpfort gings auf Tour. Es war wieder sehr windig und wir fuhren dem Regen geradezu hinterher. Und ich kann es hier an dieser Stelle gleich sagen, weil sich das so bis ans Ende der gesamten Tour hinzog: Wir haben den regen jedes Mal eingeholt, auch am letzten Tag auf den letzten Kilometern. Irre. Wir mussten bald die Regensachen anziehen und konnten dann die schöne Landschaft gar nicht mehr so richtig genießen. Sehr gut waren wieder die Radwege. Wir legten einen Stop in Zehdenick ein und besuchten den dortigen OBI, da sich an meinem vorderen Gepäckträger ein Defekt eingestellt hatte. Zu meiner Überraschung gabs ein ähnliches Teil sofort und eine sehr nette Mitarbeiterin holte mir es aus dem Regal. Wegen einer fehlenden Bohrung war es dann aber doch nicht verwendbar. Meine Zwischenlösung mit Paketstrick hat aber locker bis ans Tourende gehalten.

Das „Schlemmereck“

Anschließend waren wir essen im „Schlemmereck“. Essen wie bei Muttern – das kann man nur weiter empfehlen. Ein Schnitzel mit Pommes für fünf Euro! Und schmackhaft war es auch. Klasse Laden! Ansonsten hat Zehdenick auch noch ein Schiffermuseum und eine bewegliche Brücke, sowie den Voßkanal zu bieten, an dem wir schließlich viele Kilometer entlang fuhren. Immer wieder kam es zu kleinen Pausen, wegen zu starken Regens. Wie das so, ist lernten wir dann auch noch eine süße Familie aus Leipzig kennen, die mit zwei kleinen Kindern unterwegs war.

Die Pension

Schließlich kamen wir an unserer Pension an. Die Inhaberin war, wie wir später erfuhren in der Dominikanischen Republik in familiären Dingen unterwegs und es lief von Festnetz und Mobil eine Rufumleitung dorthin. Bei Anruf Gewinnspielansage. Es war zum verrückt werden. Erst nach Mail, SMS und Whatsapp ging dann doch noch die Tür für uns nach einer halben Stunde auf. Die Mama hatte der Tochter geschrieben, dass jemand vor der Tür steht. Das Zimmer war ok, WLAN gabs auch, nur die Feuertreppe in die erste Etage war mit unseren Packtaschen ein echtes Hindernis.

 

Hier noch der Link zur Etappe: Havelradweg Etappe 2 – https://www.komoot.de/tour/1249690845

Tag 3 - Oranienburg - Kladow

Nach einer guten Nacht in einem Bett starteten wir den Tag mit einem Frühstück in der Bäckerei „Grünler“. In der Pension hatten wir einen jungen Radler aus Freiburg im Breisgau kennengelernt. Der war auf seiner ersten Mehrtagestour überhaupt und war bis dato bereits 1500 km gefahren. Verrückt. Aber ein netter Kerl. Tagesziel war der Campingplatz in Kladow am Rande von Berlin. Heute konnte man endlich auch wieder in kurzen Sachen fahren, es wurde wärmer. Es war noch etwas windig, blieb aber trocken. Wir fuhren eine Weile auf dem Berliner Mauerradweg und besichtigten bei Hennigsdorf einen der berüchigten und letzten erhaltenen Mauertürme. In der folgenden Parklandschaft gab es interessante Brücken zu überwinden. Sehr schön darauf war die Altstadt von Berlin-Spandau. Wieder am Wasser folgten schier unzählige Bootsanleger an der Havel. Das haben wir aber an jeden Abschnitt gesehen. Mein Gott – wer da so alles einen Kahn hat…..

Camping

Auf den letzten 5 km haben wir wiederholt den Regen eingeholt. Es wurde aber auf dem Campingplatz wieder trocken und freundlich. Zum Abendbrot gings wieder aufs Rad und zwei Kilometer zurück zu einem vietnamesischen Bistro, wo wir echt super und preiswert gespeist haben. Der Campingplatz hatte leider nur ein Restaurant der gehobenen Preisklasse zu bieten. Die Nachtruhe wurde dann von einem Fuchs gestört, der sich die Würstchen und Brötchen aus dem Zelt meiner Schwester geholt hatte, während sie auf der Toilette war. Sie fand’s verständlicherweise weniger lustig.

 

Der Link zur Etappe: Havelradweg Etappe 3 – https://www.komoot.de/tour/1251056801

Tag 4 - Kladow - Brandenburg

Nach einer etwas unruhigen Nacht startete der neue Tag mit Sonnenschein und einer Überraschung. Während des Abbauens luden unsere französischen Nachbarn zum Morgenkaffee und Gebäck aus der Heimat. Mit etwas Englisch klappte auch die Verständigung. Ganz liebe Leute mit ihrem Wohnmobil, die ihre Tochter in Berlin besuchen und sich auch noch deutsche Städte ansehen wollten. Die Strecke war dann echt der Hammer in Sachen Sehenswürdigkeiten. Wir durchfuhren Potsdam und die Schwester kam mit dem Fotografieren gar nicht nach, soviel gabs zu sehen. Wir waren auf den Spuren Fontanes, der deutschen Geschichte mit der Glienicker Brücke und dem Zentrum mit seinen zahlreichen geschichtsträchtigen Gebäuden.

Defekt

Wieder draußen aus der Stadt, schlug bei Sabine die Defekthexe zu. Sie konnte nicht mehr den Unterstützungsmodus wählen und fuhr in der höchsten Stufe, was weniger gut für Ihren Akku war. Später konnte sie nochmal in den ECO-Modus wechseln. Am Ende sind wir aber beide heftig strampelnd mit leerem Akku auf dem Campingplatz „Am Buhnenhaus“ angekommen. Das gleichnamige Restaurant war überfüllt und der Wirt sagte eine Stunde Wartezeit aufs Essen an und das bei baldiger Schließung. Aber es gab wenigstens ein Feierabendbier.

 

Auch hier der Link zur Etappe: Havelradweg Etappe 4 – https://www.komoot.de/tour/1253063909

Tag 5 - Brandenburg - Hohennauen

Der Tag fing mit trübem Wetter an, das sollte sich aber im Verlauf noch deutlich ändern. Zunächst gabs ein Frühstück beim Bäcker in Kirchmöser, was echt gut tat. Wir folgten heute auch wieder den Spuren Fontanes, nach dem auch ein Stück unsere Weges benannt wurde. Interessant auch, dass es dort eine Weichenfabrik der Bahn gibt. Wir passierten den bekannten Plauer See und hatten dann sogar in Pritzerbe noch eine Fährfahrt. Das hatte ich völlig übersehen. Während dieser trafen wir wie eigentlich überall auf Kanadagänse. Diese invasive Art haben wir überall, größtenteils in Massenaufkommen, gesehen. Wie meist im Brandenburger Land gab es auch heute wieder tolle Landschaft und tolle Radwege. Auf den Wiesen wuchsen große Schirmpilze und der Storch ließ sich auch hier und da blicken.

Reparatur

Wichtig heute war sich um Sabines technischen Defekt zu kümmern. Wir nahmen uns also die Zeit und suchten in Rathenow das Fahrradhaus Berger auf. Dort wurde freundlich und sofort das Problem behoben. Es war die Fernbedienung des Fahrradcomputers. Einige andere Mängel wurden auch gleich mit behoben. Aber nach sechs Jahren und einigen tausend Kilometern gibt es auch mal Verschleiß. Nach einer guten Stunde brachen wir dann zu unserem letzten Campingplatz, dem Friedelcamp Seeblick in Hohennauen auf. Dort hat man uns einen richtig schönen Platz mit wunderbarem weichem Rasen zugeteilt. Das war mit Abstand der beste Platz, auf dem wir unsere Zelte aufschlugen. Der ansässige Fischer schlug auch noch Alarm und verkaufte vom Truck aus Räucheraal zu einem normalen Preis. Die Schwester entpuppte sich bei Dunkelwerden als Himmelsgucker und wollte Sternschnuppen der Perseiden sehen. Zumindest einmal hat das dann auch geklappt. 

 

Link zur Etappe: Havelradweg Etappe 5 – https://www.komoot.de/tour/1254720741

Tag 6 - Hohennauen - Eichstedt

Heute ist Schlusstag. Eine relativ kurze Etappe wartete auf uns und danach die Heimfahrt nach Leipzig ab Eichstedt in der Altmark. Wegen der Ermangelung von barrierefreien Bahnhöfen in der Region, mussten wir leider die Tour kürzen und nach einem Bahnhof suchen, wo wir bequem zusteigen können. Zum Tourbeginn haben wir uns beim Bäcker versorgt und fuhren dann in Richtung Rathenow. Das Wetter trübte sich ein und wie schon so oft, haben wir den Regen schon nach wenigen Kilometern eingeholt. Glücklicherweise war es nur feiner Nieselregen und so konnten wir nach dem Überstreifen der Regenjacken weiter fahren. Die Wege führten heute meist durch den Wald und waren durchweg gut. Auch heute gab es wieder eine Fährfahrt, dieses mal in Arneburg über die Elbe. Nach ca. drei Stunden Fahrt kamen wir dann pünktlich an unserem Bahnhof an, zum krönenden Abschluss dieses mal bei strömendem Regen auf den letzten fünf Kilometern.

Die Heimfahrt

Bald darauf lies sich die Sonne wieder blicken und wir kamen auch gerade noch so in die S-Bahn nach Magdeburg. Es war sehr eng und wir mussten die ganze Zeit stehen. Meine Bahnapp empfahl das Umsteigen in Magdeburg-Neustadt, was sich als fataler Fehler erwies, denn der Zug nach Leipzig war völlig überfüllt. Wir nahmen also die nächste S-Bahn zum Hauptbahnhof und erwischten dort problemlos den nächsten Regionalexpress nach Hause. Bedenklich war wieder das Aussteigen in Leipzig. Der Bahnsteig war völlig überfüllt und man wollte mich kaum aus dem Zug lassen. Da halfen wie so oft nur einige couragierte Passagiere. Fazit: Bis auf einige Wetterkapriolen ein sehr schöne Tour. Viele Gewässer und tolle Landschaften, sowie sehr gute Radwege. Da freue ich mich schon auf die noch anstehende Tour Brandenburg, die ich demnächst noch fahren werde. Ein kleines Tourvideo wird noch folgen.

 

Link zur Schlußetappe: Havelradweg Etappe 6 – https://www.komoot.de/tour/1255771610

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