Logo

Zwickauer Mulde

Zwickauer Mulde

Zwei Tage an der Zwickauer Mulde

Im Jahr 2022 habe ich viele Touren gemacht, unter anderem auch an der Zwickauer Mulde entlang und es ist mir einfach nicht möglich über jede Tour zu berichten. An der Mulde war ich insgesamt drei Tage unterwegs. Ein Tag führte mich an die Vereinigte Mulde über 86 km von Wurzen nach Dessau. Das war sicher ein schöner Ausflug, aber von der Mulde hat man am Ende nur wenig gesehen und das fand ich irgendwie enttäuschend. Ich will aber für den geneigten Interessenten zumindest mal den Tourlink noch da lassen: Vereinigte Mulde 

 

Da war meine Zwei-Tagestour an der Zwickauer Mulde schon in jeder Hinsicht ein anderes Kaliber. Zunächst einmal hier die erste Tagesetappe von Schöneck im Vogtland nach Zwickau:

Die Anfahrt erfolgte mit der S-Bahn S5X ab Leipzig Hbf. (Tief) nach Zwickau und dort bin ich umgestiegen in eine kleine Bahn in Richtung Kraslice. Start der Tour war dann in Schöneck (Vogtl.). Den Weg zur Quelle habe ich mir gespart und da es die tage vorher ordentlich geregnet hatte, habe ich die Strecke aus dem Wald auf die nah gelegene Straße verlegt und entsprechend angepaßt. Das Streckenprofil war wie man sieht auch sehr günstig mit vielen Kilometern bergab. Das rollte also bestens von Beginn an und ich muß sagen, die Landschaft war umwerfend schön. Und die dort noch schmale Mulde führte immer direkt an der Straße entlang. In Jägersgrün habe ich wunderbar in einem Biergarten zu Mittag gegessen und einige Kilometer später war ich dann auf einmal schon im Erzgebirge.

 

Im „Jähnseits“

 

 

Und dort wurde es auf einmal auch echt kalt. Im Kosmonautendorf Morgenröthe-Rautenkranz war es wirklich spürbar kälter als auf der bisherigen Strecke und das blieb dann im Muldetal auch einige Zeit so. Bergauf ging es dann in Richtung Eibenstock und danach wieder auf schöner Strecker bis nach Aue, wo ich eine Pause machte. Weiter Richtung Zwickau folgte einer der schönsten Streckenabschnitte des  vergangenen Jahres überhaupt, nämlich durch das Muldetal entlang des Flusses auf einer zum Radweg umgebauten ehemaligen Bahnstrecke. Traumhaft schöne Landschaft, Wald, immer leicht abschüssig – herrlich und das rollte quasi von ganz alleine bis nach Zwickau hinein. Dort war ich noch etwas einkaufen und bezog dann meine Unterkunft, die mir dankenswerter Weise ein anderer Radsportfreund sehr preiswert zur Verfügung gestellt hatte. Fazit: Einer der schönsten Tourtage des Jahres 2022 und meine absolute Empfehlung !

Etappe 2 von Zwickau nach Großbothen

Zunächst habe ich mich auf dem nahegelegenen Zwickauer Bahnhof mit einem Frühstück versorgt und ging dann auf Strecke zunächst in Richtung Glauchau. Raus aus Zwickau gin es immer schön an der Mulde auf dem Dammweg entlang und das fuhr sich wirklich schön. Auch die Landschaft war sehr ansprechend. Nach den ersten 15 km wurde dann klar, daß ich, in diesem Jahr schon zum zweiten Mal, meine fertig gefüllten Trinkflaschen im Quartier stehengelassen habe. 100 Punkte. Daher dann ein kurzer Abstecher kurz vor Glauchau auf die andere Muldeseite an die nächste Tankstelle und dort erst einmal Getränke gekauft. Weiter in Richtung Rochlitz und ab etwa Penig wurde es dann spannend. Es ging nur noch hoch und runter und das immer gleich ziemlich steil und heftig. Und so wurde aus einer Genußradeltour eine ziemliche Strapaze und die heftigste Tagestour des gesamten Jahres. Herrlich waren natürlich diese steilen Abfahrten, teilweise in Serpentinen. Das macht schon Spaß. Aber wo es runter geht, muß man am Ende auch wieder hoch und so langsam wurde mir Angst und Bange beim Anblick auf den Ladestand meines Akkus. Es war eine schöne Tour bis nach Sermuth, dem Endpunkt des Radweges.

 

Spannung pur

 

Dort fließen Freiberger Mulde und Zwickauer Mulde ineinander zur Vereinigten Mulde. Am Ortsrand stand ich vor einer Steigung und ich wußte genau, wenn ich da hoch fahre, ist der Akku leer. Mein Problem war, daß ich bis zum nächsten Bahnhof kommen mußte und der war noch reichlich fünf Kilometer entfernt in Großbothen. Also fragte ich ein paar Jungs nach einer Ausweichroute und sie haben mir mit Google Maps in kurzer Zeit eine Ausweichroute ohne Steigungen gebastelt. Das ging dann auch gut bis etwa 1km vor dem Bahnhof. Dann hieß es schieben. Mein Rad fährt sich ohne Akku wirklich sehr schwer und da ich noch unter einer schweren COPD leide, war das äußerst luftraubend und anstrengend für mich. Am Ende mußte ich auch noch um den ganzen Bahnhof hgerum, um auf die richtige Seite zu kommen. Ich war sehr glücklich, als ich endlich dort angekommen bin. Nach fast einer Stunde Wartezeit, bin ich dann mit viel Glück und Mühe in den Zug hineingekommen. Der war viel zu kurz und daher brechend voll. Neben Bad Lausick ist das der einzige Bahnhof in der ganzen Region. Alle anderen Bahnhöfe bis nach Rochlitz sind geschlossen worden und dann kommt hier ein Zug mit zwei Wagen an. Fazit: Tolle, aber anstrengende Tour bei bestem Herbstwetter. Um die Sache komplett zu machen, fahre ich 2023 natürlich auch noch die Tour an der Freiberger Mulde und die endet dann auch wieder in Großbothen. Dieses Mal aber mit Ersatzakku.