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Schlagwort: Hundert km Touren

Erste Hunderter Radtour

Erste Hunderter Radtour

Radtour von Leipzig nach Oelknitz (bei Jena)

Eines der Hauptziele der diesjährigen Saison war es meine erste Hunderter Radtour zu fahren. Bisher habe ich ein tolles Jahr auf dem Rad gehabt und viel Schönes auf zahlreichen Touren gesehen.  Das Wetter sollte es noch einmal gut mit mir meinen und so nutzte ich das letzte Oktoberwochenende dazu um am Freitag, den 29.10.21 diese Herausforderung anzunehmen und die Tour zu starten. Meine Komoot-Planung sah vor nicht den bekannten Saale-Radweg zu fahren, sondern einen geraden Kurs Richtung Jena zu fahren, um Kilometer zu sparen. Dabei benutzte ich folgende Radwege:

 

1.IGR = Innerer grüner Ring
2.ESR = Elster Saale Radroute
3.RIPP = Rippach Radweg
4.Z-RW = Zuckerbahn Radweg
5.E-E = Erneuerbare Energien Radweg
6.SAA = Saaleradweg
7.TSK = Thüringer Städtekette

 

Gegen 10 Uhr bin ich dann auf Tour gegangen. Leider hat mich eine größere Baustelle im Leipziger Westen viel Zeit und auch Akkuleistung gekostet bis ich dann endlich aus der Stadt heraus war. Der innere grüne Ring und der Elster-Saale-Radweg fuhren sich großartig und ich bin bis Weißenfels recht gut durchgekommen. Aber dann brach es über mich herein. Aus Weißenfels heraus führte mich eine gepflasterte Nebenstraße mit einer bestimmt zehnprozentigen Steigung. Als ich oben ankam sah ich Windkraftanlagen. Und das ging dann sicher die nächsten 30km so weiter. Hoch, runter und wieder hoch, runter. Schlechte Straßen, meist eher Feldwege und dazu ein leichter Gegenwind. Es fuhr sich schlecht und ich kam einfach nicht richtig voran.

Akkuprobleme

Mein Akku sagte mir inzwischen, daß ich es niemals bis Jena schaffen werde und mir blieb daher nichts weiter übrig als in der Nähe von Osterfeld bei einem älteren Ehepaar zu rasten und meinen Akku eine Stunde lang nachzuladen. Dann gings weiter und bald kam ich auf einen sehr schönen Streckenabschnitt, den Zuckerbahnradweg. Da lagen zwar auch mal Bäume im Weg, aber es ging viele km fast nur bergab und da konnte man Kraft und Energie sparen. Danach folgten wieder schlimme Wege und eine kilometerlange Abfahrt durch den Wald auf sehr glattem, schlüpfrigem Untergrund. Da hieß es die Konzentration oben halten und ständig bremsen. Und nicht erst dort ging das Kopfkino bei mir los. Mein Körper wollte irgendwie nicht mehr, der Akku gab schlechte Zahlen von sich und das Hirn suchte nach Fluchtwegen. Der Fluchtweg hieß: Nächsten Bahnhof ansteuern und bis Jena mit dem Zug fahren. Da habe ich echt lange mit mir gerungen. Schließlich kam ich in Porstendorf zurück an die Saale und es wurde schon langsam dunkel. Da ich den Weg dort aber schon mehrfach gefahren bin, kannte ich den Weg und den Saaleradweg kann man wirklich gut fahren. Dann kam Dorndorf und ich fing an zu frieren. So langsam forderte der Körper seinen Tribut. Aber die Nummer mit der Flucht war inzwischen weg aus meinem Kopf. Aufgeben wollte ich keinesfalls.

Motivation ohne Ende

Aber es lief jetzt und bald sah ich aus der Ferne den Turm von Jena. Mein Gott das gab vielleicht einen Motivationsschub, obwohl es da immer noch gut und gerne 20 km bis zum Ziel waren. Da hatte ich meinen bisherigen Streckenrekord von 85km gerade erreicht. Aber nun, neu motiviert, hab ich getreten, was das Zeug hielt. Glücklicherweise kannte ich die Strecke schon gut und konnte so den Weg auch in völliger Dunkelheit gut finden. Gegen 19:3o Uhr kam ich dann völlig fertig an meinem Ziel an. Ein paar hundert Meter vorher, war dann mein Akku auch genauso am Ende wie ich. Der Gag des Tour kam nun beim Absteigen vom Rad: Ich mußte mein Prothesenbein ja über die Satteltaschen schwingen und dabei hab ich soviel Schwung entwickelt, daß es mich nach hinten in die Hecke meiner Schwester geworfen hat. Weich gefallen, aber hoch kam ich dann nur mit Hilfe. Die beiden nächsten Tage habe ich dafür gebraucht um mich zu erholen. Was aber überwiegt, ist mein Stolz auf die Leistung und dass ich schon weitere Hunderter für nächstes Jahr in der Planung habe, versteht sich von selbst.